Habe beim Slow Media Manifest gerade nachgelesen, dass sowohl die besondere Buch als auch die Sonntagsschmöker Reihe voll im Trend liegen – im Trend des sich Einlassens, sich Vertiefens in etwas und ohne wild durch die Gegend zu hüpfen …
Es ist zuwenig Zeit, um all die interessanten Dinge, die ich im Netz finde zu eigenen Artikeln auszubauen. Daher wird jetzt einfach gesammelt und wöchentlich (mal sehen…) zusammengetragen.
Lesenswert-amüsanter Beitrag zur Ereader bzw. Ebooks Debatte von Peter Praschl.
Steve Jobs Rede Stanford 2005: “You’ve got to find what you love” und “Stay hungry, stay foolish” (Text und Video)
Google Wave: voller Vorfreude auf das Programm gestürzt, noch kenne ich aber zuwenige, die es auch nützen, um öfter damit zu arbeiten. Hier ein spannender Artikel, wie Zeitungen mit Google Wave arbeiten könn(t)en.
Die Zeitungsbranche ist ja 2009 ganz schön durchgeschüttelt worden, was zu vielen Diskussionen und allerlei Schuldzuweisungen führte. Während manche auf den nächsten Apple-Streich hoffen, setzen andere auf Geschäftsmodelle, die mehr oder weniger in der Individualisierung von Inhalten bestehen.
Den konsequentesten Weg bei alter Form geht dabei sicherlich niiu. Niiu ist eine Zeitung, die man sich selbst aus mehreren Blättern wie der Frankfurter Rundschau, der Taz, dem Tagesspiegel oder auch der New York Times zusammenstellen kann. Für jedes Ressort – Titelseite, Seite 2+3, Feuilleton, Sport, Wirtschaft, Politik,…- besteht Wahlmöglichkeit aus welcher Zeitung und in welchem Umfang die persönliche niiu mit Inhalten gefüttert werden soll. Als weiteres Plus kommen noch Inhalte aus dem Netz in die Druckausgabe – gerade hier ist die Auswahl aber noch sehr beschränkt. Geliefert wird die persönliche Zeitung jeden Morgen nach Hause – vorausgesetzt man lebt in Berlin und das System spinnt nicht bei der Anmeldung rum, aber ich versuche es weiter!
Am U-Bahnhof bin ich gestern auch noch auf dieses Modell gestoßen. K Presse + Buch bietet individuelle Print on demand (POD) Zeitungsausgaben an. Wer morgens am Zoo vorbeifährt, kann sich hier in wenigen Minuten (angeblich) ein eigenes Exemplar ausdrucken lassen. Als Pilotprojekt startete dieses POD-Modell vor zehn Monaten in Hamburg, scheinbar war es erfolgreich genug, um nun auch in Berlin an den Start zu gehen. Mehr hier.
Diese Studie über das Magazin der Zukunft, Mag +, wurde von Bonnier und der Londoner Agentur Berg realisiert. Zu diesem Entwurf passen die sich wieder verdichtenden Gerüchte um das Apple Tablet, das angeblich schon Ende Januar auf den Markt kommen wird. Es könnte nicht nur die Lücke zwischen Smartphone und Laptop schließen, sondern auch der kränkelnden Magazin- und Zeitschriftenbranche ein neues Absatzmodell bringen. Ein ‘i-tales’ Store nach dem Erfolgsrezept von itunes wäre für Verlage auf alle Fälle lukrativer als der Deal mit Amazon und dem Kindle.
Jakob Fricke hat auf dem ipony Blog einige Artikel dazu veröffentlicht, weitere Spekulationen über das Apple Tablett beim Buchmarkt. Ziemlich interessant ein Artikel von John Gruber auf daringfireball.net, mit dieser Fußnote:
“The only known breakage of the cone of silence around Apple’s tablet project I’m aware of are the meetings Apple has held with publishing industry executives. The way these meetings work, from what I’ve gathered, is as follows. Apple brings no hardware. They bring no software. They show no mockups. They do not even completely acknowledge that they’re making a new device. The people from Apple simply say something along the lines of, “If we were to create a new platform for book/magazine/newspaper content, would you be interested in offering your content for it?” Apple is, without any question in my mind, courting book and periodical publishers. But that doesn’t mean Apple trusts any of them enough to reveal or describe in detail what it is they’re actually working on”
“If you tend to lie in bed awake at night fretting over the effects of digital media on publishing, just wait until you see how Brian Dettmer mutilates folios. Dettmer takes encyclopedias, dictionaries, medical texts, atlases, and all sorts of big fat volumes, and turns them into spectacular sculptures by folding, bending, and stacking the pages, but mostly by artful carving. These fanciful objects look variously like topographical collages, geological formations, intricate dioramas, Joseph Cornell boxes, and libraries eaten by termites.”
Im selben Artikel finden sich noch ein paar Geschenkideen, tolle Regale beispielsweise, die aber leider momentan unerschwinglich sind – die alte Buchstapelmethode muss es richten…
Hallo Hollywood. Eine richtige Kamera. Schöne Bilder. Passend zum Buch eine Film Noir Anleihe in Form eines Voiceovers durch den Erzähler. Ein paar alte, grisslige Surfbilder und dann wieder Hochglanz. Thomas Pynchon – Inherent Vice, Penguingroup USA.
Mein Sonntagsschmöker dreht sich um Stadtentwicklung und um die Nutzung öffentlichen Raums: Urban Pioneers, herausgegeben von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin im Jahre 2007 und beim Jovis Verlag erschienen.
Was heißt öffentlicher Raum heute, was macht eine Stadt damit, welche Verantwortung hat sie dafür und welche Konzepte liegen der Nutzung öffentlicher Flächen zugrunde – geht es nur um die Sanierung der Haushaltskasse, um ein Imageprojekt, oder berücksichtigt man den Willen der Anwohner? Diese Fragen bewegen Berlin ja schon eine ganze Weile, der Bürgerentscheid um Mediaspree und die Proteste um die weitere Nutzung des Mauerparks beweisen, wie brandaktuell das Thema hier immer noch ist.
Kurz dazu: der Mauerpark ist einer der wenigen Flecken in bester Berlin-Lage, der noch an die Teilung von Ost und West erinnert. Pläne des Senats wollen nun 4,5ha des Parks mit Hochhäusern verbauen. Damit würde Berlin seine Politik des unverzeihlichen Umgangs mit der eigenen Geschichte fortsetzen und einen weiteren, heißgeliebten und viel genutzten Freiraum der Stadt kaputtmachen. Gestern haben bereits ungefähr 700 (sagt MoPo) bzw. 3000 Menschen gegen die Bebauungspläne des Senats protestiert, am 25.11. tagt die Politik zur weiteren Nutzung – und es findet die nächste Demo statt. Engagieren für den Erhalt des Mauerparks können sich alle und zwar ganz einfach hier.
Aber auch wer nicht in Berlin lebt, kann an dem Buch seine Freude haben: Zwischennutzung und die Folgen für die Kreativwirtschaft sind auch für viele andere Städte interessante Punkte.