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Verlagsgründung für Anfänger

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E-Book! E-Book?

February 27th, 2009 by Dorothea

Verlag? Wie altmodisch!”, so nannte Rüdiger Dingemann seine gestrige (das passt ja wie die Faust aufs Auge ;-)) Newsletter-Auslese. Ein wahres Horrorszenario suggeriert Justine Trautmanns “Das E-Book kommt: Jetzt hungern die Autoren” auf Zeit Online Zünder:  “Dass von digitalen Formaten keine Gefahr ausgehe und dass man nur überlegen muss, wie man damit Geld verdient, glaubt heutzutage nur noch eine einzige Branche: Die Buchhändler und –verlage”, führt sie weiter aus. Die von ihr zitierten Brancheninsider äußern sich jedenfalls zuversichtlich. Was schwerer wiegt, ist die von ihr gezogene (offensichtliche) Parallele zur Musikindustrie, die vor zehn Jahren auch noch kein Problem mit MP3s hatte – wie schnell ändert sich doch die Welt …

Aber trotzdem: will das wirklich jemand haben – E-Reader und E-Books? Bei Fachliteratur gibt es definitiv einen Markt für E-Publishing – doch wer hat Lust seine Freizeit, also die Stunden am Tag, die man nicht vor dem Bildschirm hocken muss (denn in sehr vielen Fällen ist Arbeit inzwischen an Computer gebunden) auch noch am Screen zu kleben. Bzw.: Wer von den Leuten, die in ihrer Freizeit tatsächlich noch Bücher lesen, würde das machen? Frau Trautmann glaubt an die Mittdreissiger der digitalen Bohème und ihre Technikaffinität, unsere gerade laufende Umfrage deutet allerdings nicht daraufhin (von gerade eben 60 durchgesehenen Antwortbögen, haben 56 klar “Nein zum E-Book als Buchersatz” gesagt – mehr ab dem 10.03.).

Das Kernproblem der nächsten zehn Jahre Verlagswesen ist vermutlich sowieso, dass die Gruppe der unter 20-jährigen sehr wenig liest. Oder auch sehr viel, aber eben im online-Kurzformat.  Hier wird gesurft – und ob das E-Book mit teuren Readern, die es bislang noch gar nicht gibt hierzulande, sie davon abbringt – das glaube ich nicht wirklich. (Buchpr

Deshalb: E-Book fürs iphone. Apple hat in Deutschland definitiv die Nase vorn und clevere Verlage wie Kein & Aber oder Onkel & Onkel sind schon längst dabei… (zum Beispiel: “Hundskrüppel“)

P.S.: Die Herren von Silicon.de freuen sich übrigens tierisch über das neue Technik-Spielzeug, das sie als Verkaufsschlager bezeichnen. Folgen wir dem amerikanischen Trend?

P.P.S.: Alle Neuigkeiten rund ums E-Book und Online-Publishing gibts bei Buchreport (und noch viel mehr natürlich).

Freue mich sehr über Anregungen und Meinungen zu diesem Thema!

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0 Kommentare bislang ↓

  • Stimme zu – wenn ich den ganzen Tag am Rechner saß, freue ich mich auf mein Buch abends. Am liebsten ein Taschenbuch, das nach Druckerschwärze riecht und schon leicht zerlesen ist. Die Haptik ist eine andere. Die Möglichkeiten des Vor- und Zurückblätterns. Eselsohren! Randnotizen (ok, mach e ich selten –aber man könnte!)! Die Orientierung im Gesamtbuch! E-Books sind super für die Arbeit (Wissenschaft), wenn man schnell ein bestimmtes Zitat sucht, oder eh nur quer liest, oder die gesamte relevante Literatur für die Diss von Ort zu Ort tragen muss/will. Aber für die Freizeit? Ich glaube nicht…

  • Hi! Hier noch ein Gedanke zum Thema E-Book: habe heute das in meinen Unterlagen gefunden: http://www.managerseminare.de/Trainingsmedien/eBooks/Detail?urlID=171855?mecL=UmFuZG9tSVYlU0gjwtmZMKqBddIOqDmH (Werbung für Fachliteratur: E-Book zum Thema “Kommunikationstraining”) Der Gedanke dazu: vielleicht ist der Markt im E-Book-Bereich ja besonders interessant für’s “Business”? Also für Menschen, die, wie so schön oben beschrieben, eh’ schon den ganzen Tag vor’m Bildschirm sitzen und quasi während der Arbeitszeit aber eben auch noch Fachliteratur lesen wollen … Abends dann schon ein “richtiges” Buch, mit Seiten die man anfassen kann und die auch riechen …, aber tagsüber, im Büro oder am digitalen Arbeitsplatz dann doch zwischendurch ein E-Book, weil’s einfach praktischer ist usw. … Grüße, Matthias

  • danke für den link, matthias! ich gehöre tatsächlich auch zu den leuten, die erstmal gucken, ob sie an ebooks umsonst rankommen – wie ich gerade feststellen musste.
    wenn ich dafür kostenlos wertvolle infos bekommen habe, und so irgendwo auch das gefühl erhalten habe, dass da jemand kompetent ist, fange ich an, über geld ausgeben nachzudenken – dann mach ich aber gleich das seminar und kauf vielleicht danach noch das buch. und wie ist das bei dir? hast du das im rahmen von ausbildung/fortbildung gekauft?
    (p.s.: glaube ich, dass ebook und business gut zusammengehen – was die belletristik betrifft sage ich nur iphone und handy… :-))

  • Das ist bei mir genauso. Vor allem momentan, wo ich sehr, sehr wenig Geld habe. Im Prinzip versuche ich immer möglichst alles umsonst zu erhalten. Momentan gebe ich sehr, sehr wenig Geld aus. Für Seminare, Kurse und ähnliches schon gar nicht. Davon habe ich schon viele gemacht und jetzt ist erst einmal was anderes dran. Nach all den Jahren des vielen inputs kommt jetzt erst einmalder output … Jetzt bin ich dran!!! 😉 Bei “Managerseminare” bin ich Mitglied und erhalte eben bestimmte Materialien kostenlos. Ich bin über einen befreundeten Berater darauf gestoßen.