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Krise, Kultur- und Kreativwirtschaft

February 19th, 2009 by Dorothea

Die ersten Zyniker sprechen dank Finanz- und Wirtschaftskrise ja schon von einer Rückkehr der vermeintlich Goldenen Zwanziger Jahre und manche Politiker üben sich in Zweckoptimismus; sie sehen die Krise als Chance, denn das zwinge ja zu Kreativität (siehe SZ). Da passt es super, dass das Bundeswirtschaftsministerium gerade jetzt seine Studie  zur “Kultur- und Kreativwirtschaft” veröffentlicht, denn die lässt tatsächlich hoffen. Hoffen, dass das so weitergeht und noch besser wird: “Der Beitrag [der Kultur- und Kreativwirtschaft, DM] zur Bruttowertschöpfung  beläuft sich laut Wöhrl auf satte 63 Milliarden Euro, der Umsatz im Jahr 2008 lag bei 132 Milliarden Euro.” Das Besondere daran: ” ‘Die Kultur- und Kreativwirtschaft hat gegen den allgemeinen Trend im Jahr 2008 positive Wachstumszahlen geschrieben.'” Und es kommt noch besser, denn: “Mit diesen Eckdaten zählt die Kreativbranche zu den Schwergewichten der deutschen Volkswirtschaft.”

Da gehören wir also bald dazu, das ist ja schön! Oder? Jetzt kommt dann doch noch das dicke ABER: “Anders als bei den milliardenschweren Unterstützungspaketen sieht die Studie bei der Kreativindustrie jedoch noch Verbesserungsbedarf bei der Förderung.” Und darüber muss jetzt natürlich erst wieder beraten werden, konkrete Ideen, wie das zu ändern sei, gibts nämlich noch nicht. Im Juni sollen erste Ergebnisse vorliegen -das passt perfekt zu unserem Zeitplan- und dann wird man weitersehen.  Alle Zitate entstammen dem Förderland-Artikel: Studie – Große Potenziale in Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Studie selbst kann man sich übrigens beim BMWi downloaden. Auch die SZ berichtet, und lobt, dass klargestellt wird, um wen es eigentlich geht: “Das Kernproblem, die Heterogenität dessen, was man Kultur nennt, ist mit den inzwischen elf europaweit akzeptierten Teilbranchen (Musik, Literatur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film, Design, Architektur, Kulturelles Erbe, Rundfunk, Werbung, Software/Games) definitorisch beschrieben.” Daneben weist Stephan Opitz aber auch darauf hin, dass es dringend nötig sei, Banken und sonstigen Geldgebern zu vermitteln, was immaterielle Werte sind und auch, dass die (Gott sei Dank noch existente) Künstlersozialkasse an ihre Grenzen kommen wird…

Also, an alle Banker, Venture Kapitalisten, reiche Erben und Erbinnen: hier wird kreativ gegründet!!! Wachstum, Abenteuer, Kreativität und ein Hauch von wilden Zwanzigern – wir tanzen auch Charleston bis Swing, ruft uns an! 😉

P.S.: Das Thema Krise als Chance wurde natürlich auch sofort von anderen Blogs aufgegriffen, connectedmarketing hält so z.B. die Zeit des Wom-Marketings für gekommen und auch Christian Henner-Fehr befasst sich im Kulturmanagement Blog ernsthaft mit der Krisenfrage. Sein aktuelles Posting befasst sich übrigens mit der Kultur- und Kreativwirtschaftsstudie und wertet diese sehr genau aus …

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