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BPW: Der Finanzplan

April 16th, 2009 by Dorothea

Der BPW nähert sich seinem Ende und jetzt gehts richtig zur Sache… Finanzplan war das Thema des heutigen Seminars bei Uwe Struck. Uwe Struck ist Unternehmensberater und seit 1995 schon für den BPW (Businessplanwettbewerb) als Berater und Juror tätig. Außerdem ist er auch als Coach fürs TCC und fürs KCC (Kreativ Coaching Center Berlin) aktiv – bei denen man ja auch Beratungsförderung beantragen kann, übrigens auch noch nach der Gründung. Soviel zu den Credits, jetzt zum Thema: Finanzplan. Um unseren Businessplan zu komplettieren fehlt noch genau dieser, bis zum 12. Mai muss er stehen. Aber was ist ein Finanzplan eigentlich?

Sinn und Zweck eines Finanzplans

Wozu es einen Finanzplan braucht, dürfte jedem klar sein, das sagt der Gründerleitfaden vom BMWi dazu:

“Der Finanzplan soll die finanzielle Entwicklung des Unternehmens transparent machen und sicherstellen, dass das Unternehmen jederzeit auf einer soliden Grundlage wirtschaftet und seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann.”

und dazu dient er auch:

“Der Finanzplan dient Ihnen zur rechtzeitigen Diagnose der finanziellen Stärke (oder Schwäche) Ihres Unternehmens. Er soll rechtzeitig über finanzielle Engpässe informieren, so dass Sie frühzeitig Maßnahmen zur Sicherung der Unternehmensfinanzierung und -liquidität ergreifen können.”

Und natürlich braucht man eine solide Finanzplanung auch, um seine Kreditwürdigkeit unter Beweis zu stellen – die Sprache der Banken sprechen oder so ähnlich. Liquidität bedeutet natürlich fast wortgemäß, dass man flüssig ist – oder halt nicht. Doch von vorne.

Bestandteile eines Finanzplans

Die drei grundsätzlichen Bestandteile eines Finanzplans sind 1. die Gewinn- und Verlustrechnung, 2. die Liquiditätsplanung und 3. die Bilanz.

1. Gewinn- und Verlustrechnung: + Erträge (die steuerrechtliche Bezeichnung für das, was man landläufig als Umsätze begreift) – (minus) Aufwendungen ergibt = Gewinn. Stark vom Steuerrecht beeinflusst, am besten vom Steuerberater machen lassen und die gesparte Zeit in die Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung stecken – sagt der Experte Uwe Struck. Gibt Aufschluss, wieviel Gewinn und Verlust man macht.

2. Liquiditätsplanung: + Einzahlungen – Auszahlungen = Liquiditätsstand. Macht eine Aussage über den Kapitalbedarf.

3. Bilanz: da werden Aktiva und Passiva abgeglichen. (Muss nicht jede Gründung von Anfang an vorlegen, als GmbH allerdings nötig)

Tipps vom Experten

Als Nicht-Expertin, die gerade erst anfängt, ihren eigenen Finanzplan auszuarbeiten, will ich es an dieser Stelle bewenden lassen, und lieber noch ein paar Mal den Profi, Herrn Struck, zitieren. Am allerwichtigsten sei es, wirklich alle Beträge zu erfassen. Diese Beträge müssen in der richtigen Höhe und mit dem richtigen Zeitpunkt erfasst werden – der Steuerberater weiß, unter welchen Punkt er beispielsweise Reinigungskosten zu setzen hat (in der Gewinn- und Verlustrechnung). Ansonsten: Unternehmen müssen Gewinne machen, wenn sie überleben wollen. Das hört sich ziemlich logisch an (spielt aber natürlich auf den Mythos des Steuer sparens um jeden Preis an – auch wenn der darin besteht, dass man zum Schluss zuwenig Kapital hat, um die Büromiete zu zahlen…). Nicht vergessen sollte man auch die persönlichen Lebenshaltungskosten, die auch mit in eine Finanzplanung gehören – schließlich soll die Firma ja den Lebensunterhalt abdecken.

Hilfreiche Seiten

Neben dem bereits erwähnten Gründerleitfaden, auf dessen Seite man sich auch Beispieltabellen runterladen kann, gibt es noch eine Seite der kfW Mittelstandsbank, die ich als verständlich und hilfreich empfand.

Schlagworte:   · · · 3 Kommentare

3 Kommentare bislang ↓

  • Darf ich etwas korrgieren? Die angesprochenen Punkte (G+V-Rechnung, Bilanz, Liquiditätsrechnung) sind Ergebnisse.
    Für die Planung ist wichtig zu erfassen, was wird man leisten wollen/können/müssen? Was wird diese Leistung an Erträgen bringen? Welche Kosten werden entstehen, wann und warum?

    Begründung nicht vergessen.

    Aus diesen Zahlen wird dann der Plan. Passt das Ergebnis (also ist es finanzierbar) gut, sonst muss nach gearbeitet werden

  • Vielen Dank, da hatte ich mich vielleicht etwas vergaloppiert oder missverständlich ausgedrückt. In der Tat müssen wir für den Businessplanwettbewerb eine G+V, eine Bilanz und eine Liquiditätsplanung vornehmen und natürlich können wir da nur schätzen und begründen, wie wir zu den Zahlen, die wir vorlegen werden kommen.

  • Das Vielen vermutlich lästige Zahlenwerk macht trotz der vielen von BWLern (hüstel, bin auch einer) verwendeten Schaluwörter nichts weiter als folgendes: Wir überlegen, was wir wirklich tun (Geschäftsidee) wollen, welche quantifizierbaren Ziele wir damit erreichen wollen und welche Methoden wir auf dem Weg dahin einsetzen wollen. Dann schreiben wir an alles einen recherchierten oder geschätzten Preis, was Einnahmen oder Ausgaben erzeugen kann/wird und zählen zum Schluß profan zusammen. Ich finde, dass dieser grundlegende Zusammenhang vor lauter fachchinesisch gelegentlich mal untergeht…

    Ansonsten toi, toi, toi.

    Vielleicht sieht man sich ja auf dem Kontaktabend?