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Die Zukunft: Vuch, Vücher am Vüchersten?

April 18th, 2009 by Dorothea

Wie das Schreiben durchs Internet und von neuen technischen Möglichkeiten beeinflusst wird, darüber wird viel diskutiert und bislang tut sich auf dem Gebiet (zumindest breitenwirksam) noch nicht allzuviel. Bei Newbook bin ich allerdings gerade auf einen Artikel gestoßen, der um ein genau an diesem Punkt ansetzendes Projekt geht. Das vook, zu Deutsch Vuch (Video und Buch), versucht die traditionelle Form des Mediums zu ändern. Die Plattform dafür ist vook.tv:

“Vook is a technology platform offering storytellers the best digital tools to deliver written stories with integrated video, photos, social media, and community features. Authors and Publishers will directly benefit from this new distribution platform.”


Das Vuch stützt sich auf die in Amerika schon weiter verbreitete E-Reader Technologie, auf Handys und und will die neuen Möglichkeiten, die diese Geräte bieten (könnten) in den Prozess des Schreibens integrieren. Ferner verheißt die Plattform Marketingmöglichkeiten, direkten Fankontakt und und und. Die bisherige Beta-Form liefert allerdings noch keinerlei Aufschluss darüber, wie die Seite tatsächlich funktionieren soll.

Bradley Inman, der Gründer der Plattform, verrät in einem New York Times Interview ein bisschen mehr: im Vook sollen amerikanische Bestseller, Twitter und Video zusammenkommen:

“‘I don’t think we are compromising the written word,’ says Mr. Inman at Vook. ‘People will to continue to read, just in new ways. Books are finally coming online but they are very one-dimensional. I think we can experiment and do this better.'”

Wie das Experiment genau aussieht verrät die Seite allerdings noch nicht. Inman selbst hat zuvor Erfahrungen mit TurnHere, einer Firma für Werbefilme gesammelt, die auch beim Portal Bookvideos beteiligt ist.

Ist die Zukunft des Verlegens multimedial?

Etwas mehr Einblick verschafft ansatzweise ein anderes Team, das ebenfalls im newbook Artikel erwähnt wird: die Firma Fourth Story Media und ihr Amanda Project.

it will allow users to create online alter egos, to blog and to create and share artwork, among other things” (Zitat Publishers Weekly. Die Seite ist seit ungefähr drei Wochen online, bald sollte der “Betrieb” richtig laufen)

Hinter dieser Idee steckt Lisa Holton. Die Website, mit Community und multimedialer Aufbereitung soll eine ab Herbst bei HarperCollins erscheinende Buchserie um Amanda, ein verschwundenes Mädchen unterstützen – also nur eine Marketingstrategie?

Lisa Holton verfolgt ähnliche Ziele wie Bradley Inman. Beide sehen ihre Plattformen als Möglichkeit für Autoren und Verleger, ihre Werke multimedial aufzubereiten. Das hört sich gut an – aber wie klappt denn nun die Verbindung von Video und Buch?

Sara Nelson, ehemalige Mitarbeiterin der Publisher Weekly, kennt den Prototyp von vook. Sie erachtet es für schwierig, Videos sinnvoll in Bücher zu integrieren. Die Aufmerksamkeitsspanne sei noch kürzer und die Versuchung groß, gerade beim Lesen/Ansehen auf dem Handy, auf Spiele umzuschalten, beispielsweise. Noch ist man in Deutschland nicht soweit. Gerade ist der e-Reader auf den Markt gekommen, noch kann keine Rede von “Multimedialität” sein. Email-Romane und Buchtrailer sind bislang das höchste der Gefühle – aber das kann sich ja schnell ändern, schließlich hinkt man hierzulande ja auch in der Community-Nutzung hinterher, holt aber rasant auf.

Das Internet bietet sich allerdings auch dazu an, den Buchmarkt zu verändern, also den bislang noch sehr starren Weg vom Manuskripte einsenden an überlastete Lektoren bis man als Autor Glück hat oder auch aufgibt. Etwas Bewegung hat hier schon der digitale Druck ins verkrustete System gebracht, richtige Bestseller sind über BoD und Selbstverlage allerdings noch nicht veröffentlicht worden (mit einigen Ausnahmen). Was könnte sich also hier ändern?

Der digitale Weg zum Verlag?

Creative Byline Maske für Lektoren

Creative Byline Maske für Lektoren

Creative Byline hat sich auch der Frage nach dem veränderten Schreiben fürs Internet gestellt. Ihr Geschäftsmodell versucht, Autoren an Verlage zu bringen – eine Art online Literatur Agentur also? In jedem Fall ist der Service für Autoren kostenfrei, Creative Byline prüft die Manuskripte, kategorisiert sie thematisch und schlägt sie vor, sobald ein Lektor, eine ähnliche Suchanfrage stellt. Lektoren zahlen also für diesen Service, ihnen wird Arbeit abgenommen.

Von dort ging es auf ein anderes Portal, das behauptet, multimediale elektronisch Bücher bereits online zu haben. Die Auswahl erweist sich dann aber als reißerisch aufgemachte Ratgeber- und sogenannte Frauenliteratur (in die dann Liebeslieder integriert sind), die also eher als abschreckendes Beispiel dienen.

Neue Leser-Communitys gibt es auch hier viele – spannend wird daher eher, was sich ringsum so tut, inwieweit die Digitalisierung den Buchmarkt noch weiter verändern wird.

Artikel zum Weiterlesen: NY Times, Washington Post, Publishers Weekly, Newbook.

Projekte: Amanda Project, Vook, Creative Byline, Wattpad, weBook.


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