Verlagsstarter

Verlagsgründung für Anfänger

Verlagsstarter header image 2

Neues vom eBook und dem Internet…

April 30th, 2009 by Dorothea

…und sie bewegt sich doch, die Verlagswelt. Oder? Der Weltbild-Verlag hat gerade seine Anteile an bol.de verkauft und startet jetzt selbst durch. Ab heute  gibts ein eigenes elektronisches Lesegerät, das Cybook (Preis €269,-) und dazu bereits 30.000 zugängliche Ebooks im eigenen, zeitgleich startenden Onlineshop, dessen Bestand bis zum Jahresende auf 100.000 eBooks aufgestockt werden soll. Alles im ePub Format versteht sich (DRM geschützt) und etwas billiger als die Hardcover Variante. (Quelle)

Das könnte mit einer grundlegenden Neuausrichtung einhergehen, die “Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung” gegenüber dem Börsenblatt folgendermaßen umschreibt: “‘Unser Geschäft verschiebt sich mehr und mehr vom klassischen Katalogversand ins Internet.'”

Dazu möchte ich nur Matthias Schrader zitieren. Er ist Mitorganisator der nächste Woche startenden next09 und Mitbegründer der interaktiven Agentur SinnerSchrader. Dem Förderland gab er vor dem Start der Webkonferenz ein Interview zur Zukunft des Internets und des E-Businesses:

“Nicht nur Start-ups, auch Verlage suchen nach Ideen, wie sie die Reichweite ihrer Portale in Umsätze bzw. Gewinne verwandeln können – ausschließlich über Werbung lassen sich Inhalte schwer finanzieren. Wird die Zeit des kostenlosen Contents bald vorüber sein?

Schrader: Das ist unwahrscheinlich, denn die Preise für Medien, egal ob Buch, Musik, Film oder Tageszeitung, sind immer eine Funktion der Herstellungs- und Distributionskosten. Da diese aber im Web dramatisch gesunken sind, zum Teil auf Null, wird es kaum gelingen, den Konsumenten zum Zahlen zu bewegen. Das Bezahlfernsehen ist in Deutschland auch nicht über ein Nischendasein hinausgekommen.”

Ob das Engagement von Weltbild also ausreicht? Ein Internetauftritt und der Einsatz neuer Technik verheißt noch lange nicht Erfolg, wenn man die falsche Sprache spricht. Oder den Ton nicht trifft. Aber wer weiß, vielleicht wirds ja der Renner.

Neues gibt es auch vom Börsenverein. Der gerade getagt habende Verleger-Ausschuss ist zuversichtlich, dass mit dem Fristaufschub bei Google viel erreicht werden könne (Richter hat Google Book Settlements-Einspruchmöglichkeit bis September verlängert, so lange kann man als Autor/in noch Rechte an eingescannten Werken geltend machen). Auch der Kampf gegen illegale Downloads erhält laut Alexander Skipsis (Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins) Auftrieb durch die Politik, sie sollen eingeschränkt werden.

Interessant finde ich aber vor allem das Projekt Deutsche Digitale Bibliothek. Dort sollen ab Mitte 2010 “schrittweise gemeinfreie, urheberrechtsgeschützte und verwaiste Titel eingestellt werden[…]. Nutzer können die Inhalte dann gegen Gebühr online einsehen – aber nicht downloaden.” (Quelle)

“Die Gemeinfreiheit bezeichnet alle Werke, welche keinem Urheberrecht mehr unterliegen oder ihm nie unterlegen haben.” (Wikipedia) Allerdings kostet es (auch bislang) etwas, herauszufinden, ob ein Werk wirklich gemeinfrei ist und aktuell gibt es wohl noch keine Übersicht gemeinfreier Werke. Sehr geschickt, dies nun kostenpflichtig anzubieten.

Angeregte Diskussionen zum Ebook und EPublishing zum einen beim Börsenblatt und zum anderen im Literaturcafé.

Schlagworte:   · · · · Keine Kommentare

0 Kommentare bislang ↓

Kommentare geschlossen.