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Sonntagsschmöker: Urban Pioneers und Mauerpark

November 15th, 2009 by Dorothea


Mein Sonntagsschmöker dreht sich um Stadtentwicklung und um die Nutzung öffentlichen Raums: Urban Pioneers, herausgegeben von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin im Jahre 2007 und beim Jovis Verlag erschienen.

Was heißt öffentlicher Raum heute, was macht eine Stadt damit, welche Verantwortung hat sie dafür und welche Konzepte liegen der Nutzung öffentlicher Flächen zugrunde – geht es nur um die Sanierung der Haushaltskasse, um ein Imageprojekt, oder berücksichtigt man den Willen der Anwohner? Diese Fragen bewegen Berlin ja schon eine ganze Weile, der Bürgerentscheid um Mediaspree und die Proteste um die weitere Nutzung des Mauerparks beweisen, wie brandaktuell das Thema hier immer noch ist.

Kurz dazu: der Mauerpark ist einer der wenigen Flecken in bester Berlin-Lage, der noch an die Teilung von Ost und West erinnert. Pläne des Senats wollen nun 4,5ha des Parks mit Hochhäusern verbauen. Damit würde Berlin seine Politik des unverzeihlichen Umgangs mit der eigenen Geschichte fortsetzen und einen weiteren, heißgeliebten und viel genutzten Freiraum der Stadt kaputtmachen. Gestern haben bereits ungefähr 700 (sagt MoPo) bzw. 3000 Menschen gegen die Bebauungspläne des Senats protestiert, am 25.11. tagt die Politik zur weiteren Nutzung – und es findet die nächste Demo statt. Engagieren für den Erhalt des Mauerparks können sich alle und zwar ganz einfach hier.
Aber auch wer nicht in Berlin lebt, kann an dem Buch seine Freude haben: Zwischennutzung und die Folgen für die Kreativwirtschaft sind auch für viele andere Städte interessante Punkte.

Schlagworte:   · · · 2 Kommentare

2 Kommentare bislang ↓

  • wir waren ca. 3000 Demostranten, die 700 ist ein Unsinn, den die Springerpresse in die Welt gesetzt hat.:
    hier die Positionen der AnliegerInitiative Marthashof AIM dazu in der Ansprache von AIM auf der DEMO gestern, 14.11.2009, 15 Uhr vom Mauerpark bis zum Roten Rathaus:

    vielen Dank Leute, dass Ihr gekommen seid! den Dank sprech ich im Namen des Mauerparks aus, denn den wollen und werden WIR GEMEINSAM retten! MAUERPARK IS OUR PARK

    wir von der AnliegerInitiative Marthashof.org, kurz AIM, wenden uns gegen das Bauprojekt Marthashof in der Schwedter Strasse. Da soll uns das Beton-UFO, das quasi im Hinterhof der Oderberger gelandet ist, als »italienisches Lebensgefühl« verkauft werden.
    dass die uns dadurch TagesLicht klauen und dem ganzen Kiez einen Park, der da mal ursprünglich geplant war, interessiert Investoren und Bezirksamt nicht.
    was für die zählt ist das Prenzelberger Lebensgefühl, das sie verkaufen wollen an das sogenannte »Neue Berliner Bürgertum«:

    so mal durch die Kulisse der Oderberger flanieren, und dann husch husch zurück in die ganzheitlich geplante Betonwüste der gated community – die muss man dann natürlich auch ordentlich bewachen lassen. auf gute Nachbarschaft!

    »das ist eben so eine Welle dieser Gentrifizierung« wird gesagt –
    in Wahrheit ist es doch ein tsunami, wenn 600 solcher Leute auf einen Schlag dort einziehen. diese welle hat die ersten schon fast weggespült: verdrängt und ausgegrenzt, wie der berühmte Photograph Peter Woelck in der Kastanienallee.
    »Verwertungskündigung« heißt das Zauberwort mit dem er aus seinem Mietvertrag aus DDR-Zeiten rausgedrängt werden soll: so wird Platz geschaffen für die. Jetzt erst recht: WIR BLEIBEN ALLE !

    nun soll der MAUERPARK bebaut werden, so planen das Vivico Real-Estate und Baustadrat Mitte Ephraim Gothe von der SPD – und wieder will das niemand.
    oder wollt ihr, dass weitere 45000 qm Erde da vorne unter Beton versiegelt werden, damit sich dann 6 -10 geschossige Alpträume darauf türmen?
    schaut Euch doch den Marthashof von der Schwedter aus mal an,
    da habt Ihr eine Kostprobe!

    was soll passieren: ein sozialer Begegnungsraum, am »sozialen Äquator« zum Wedding, den die Menschen dem Todesstreifen quasi abgerungen haben, soll wieder vernichtet werden; ein ästhetischer Raum, in dem man frei atmen kann, der einzigartige Lichtverhältnisse mitten in der grauen Stadt erleben lässt – all das soll hier dem Untergang preisgegeben werden:

    diese Planungen ohne Beteiligung der Bürger, die bereits hier wohnen, nennen WIR NICHT demokratische Stadtentwicklung

    Schwarz-Gelb betet uns vor: wir brauchen doch aber Wachstum gerade jetzt in der Wirtschaftskrise. Frau Merkel hat uns doch sogar ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz verordnet.
    Verdichtung- bis hinein in die kleinsten Baulücke: wir haben doch nicht so ein riesiges Areal privatisiert, um es dann an die Bürger zu vergeuden, – und nebenbei wird der Wedding sogar noch etwas aufgewertet…; nur Wachstum bringt Berlin richtig voran, stimmt der Senat ein – naja bei sozialen Einrichtungen sparen wir halt dann, bis es quietscht…»

    InvestorenGier – das ist nun mal der Motor dieses ungehemmten, endlosen Wachstums. aber wem huldigen wir da? in der Biologie nennen wir das, was immer nur in eine Richtung wächst: Krebs!
    unsere Gesellschaft hat sich die Krebsgeschwulst zum Götzen erkoren!

    wir von AIM nennen das ganz simpel:
    die antiökologische und antisoziale Zurichtung unserer Lebensverhältnisse unter dem Diktat einer niedergehenden Finanzökonomie

    Wir werden nicht mehr Politik, Verwaltung und Investoren das Feld überlassen. wir fordern Bürgerbeteiligung – mit Nachdruck ein:
    die Kaputtsanierung der Oderberger haben unsere Mitstreiter von der BIOS gerade noch verhindern können. Jetzt verlangen wir ein Umdenken, nicht nur beim geplanten Umbau der Kastanienallee, sondern auch beim Oderberger Stadtbad oder bei der Bebauung des ehemaligen Mauerstreifens unter anderem am Engelbecken und an der Bernauer Strasse.

    Deshalb haben wir gemeinsam mit anderen Initiativen aus ganz Berlin BIN-Berlin.org gegründet, das BürgerInitiativen-Netzwerk, das allen initiativen Bürgern offensteht.

    Wir brauchen solche breiten sozialen Bündnisse, Leute die sich solidarisch organisieren, frei von jeder Hierarchie, die ihre Erfahrungen kommunizieren.
    bei Bin-Berlin bekämpfen wir Bevormundung, die aus dem eigenen Unwissen entsteht: da lernen wir von Bauordnungen und Tagesordnungen der BVV, – und vor allem von anderen Initiativen !

    was wir NICHT brauchen sind Berührungsängste. ob Ihr mir‘s glaubt oder nicht: bei der Initiative Mauerpark fertig-stellen, habe ich sogar junge AntiFa an einem Tisch gesehen mit nicht mehr ganz so jungen CDU-Parteigängern.

    nur so wird es uns gelingen, den Mauerpark-Aberwitz zu stoppen, und nur so werden wir dann Herrn Wowereit, der ja heute Post von uns bekommt, mitsamt Frau Junge-Reyer erfolgreich vor uns her treiben!

    eins noch zum Schluß: letztes Jahr kommentierte der Marthashof-Investor den erfolgreichen Bürgerentscheid unserer Freunde von Media-Spree-VERSENKEN so:
    »Mich rufen die Leute von überall her an und fragen, wie so ein Provinztheater in der Hauptstadt überhaupt passieren konnte.«

    Ich bin sicher, solche Anrufe wie Ludwig Maximilian Stoffel sie überall aus Bayern bekam, werden die Vivico-Manager sehr bald auch aus dem schönen Österreich bekommen.

    Dann bis demnächst: am 25. November um 16:30 Uhr, Kundgebung vor BVV Saal Mitte in der Parochialstrasse 3!

  • Bei Media-Spree fand ich ja die Proteste überzogen, aber gegen eine Bebauung des Mauerparks würde ich auch protestieren – was für ein kurzsichtiger Unsinn!

    Meine persönliche Bausünde Nr.1 ist übrigens das düstere Hochhaus hinter dem Bahnhof Friedrichstraße, das nicht nur den Tränenpalast zu einem unbedeutenden Schuppen degradiert, sondern auch den Blick auf den Schiffbauerdamm komplett verstellt. Da könnte man glatt zum Bombenleger werden 🙂