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Verlage und Twitter (oder Konversation in der Praxis)

April 12th, 2010 by Dorothea

Vor über einem Jahr veröffentlichte Wolfgang Tischer vom Literaturcafé einen Beitrag im Börsenblatt und prophezeite, dass Twitter für (Buch-)Verlage und Buchhandlungen nicht funktionieren werde.

Via Twitter fragte heute Steffen Meier nach, ob es bei dieser Ansicht bliebe. Unvorsichtigerweise mischte ich mich ein, und so sitze ich nun hier und versuche meine Gedanken zu ordnen.

Tischer sagt eigentlich sehr viele richtige Sachen übers Twittern. Dreh- und Angelpunkt ist für ihn folgende Tatsache:

Twittern erfordert Persönlichkeit und Persönliches.

Wunderbar, damit bin ich komplett einverstanden. Außer mit Tischers Schlussfolgerung, dass Verlage das nicht leisten könnten. Nun, ich kenne jedenfalls @volandquist (Blog und Twitter), @schillerbuch, @bso2000, @VerlagHSchmidt, …   – entweder persönlich oder über diverse Onlinekanäle, und ich finde: sie alle haben Persönlichkeit, sie alle twittern und/oder bloggen sehr erfolgreich. Was sie dafür machen? Sie posten für viele relevante und interessante Sachen (Branchennews, Veranstaltungen, …), die übers eigene Programm hinausgehen und kommunizieren mit denjenigen, die mitlesen. Auffallend ist natürlich, dass alle der hier genannten entweder kleinere Verlage sind oder aber spezialisiert wie die Fachbuchhandlung – vielleicht ist ja eine Spezialisierung notwendig, um nicht nur wie der S. Fischer Verlag jeden Tag eine (wenn auch zum Teil wunderschöne) Zeile aus einem der eigenen Bücher zu twittern. Ansonsten haben aber eigentlich auch die Kommentare des Beitrags vom 06.02.2009 alle wesentlichen Punkte genannt. Corina Lange vom sehr erfolgreichen Twitterkanal des O’Reilly Verlags in Köln, meinte schon damals:

Die Frage ist doch, was Verlage mit Twitter erreichen möchten: Werbung machen oder in den Kontakt mit Kunden treten – oder auch beides. Für uns bei O’Reilly ist die direkte Kommunikation mit dem Kunden das, was v.a. interessiert. Viele Kanäle gibt es schließlich im Verlagsalltag nicht, die uns dies ermöglichen – warum sich also der Plattform verschließen, die unsere Kunden nutzen? Und es macht übrigens sehr viel Spaß, direkt ansprechbar zu sein und auch direkt teilhaben zu können

Mehr fällt mir dazu auch nicht ein. Und all die Verlage, deren Accounts und Blogs ich in der Schnelle der Zeit nicht mehr nachschlagen konnte: auf Ich mach was mit Büchern gibts tolle Verzeichnisse und Diskussionen…

Schlagworte:   · · · · 1 Kommentar

1 Kommentar bislang ↓

  • Da bin ich ganz deiner Meinung. Gerade die Verlagsbranche befindet sich ja in einem dramatischen Umbruch. Was gibt es spannenderes, als sich auf den einschlägigen Social Media Plattformen darüber auszutauschen?